Alle Artikel auf einen Blick

AllgemeinGlaubeImpuls

Regeln zum guten Leben

Was ist richtig? Was ist falsch? In einer Welt, in der ich oft nur Grautöne sehe, hätte ich das gerne: klare moralische Grundregeln und Verhaltensmaßstäbe, an denen ich mich ausrichten kann.

Dabei sollte es doch so einfach sein – für Christen. Steht nicht in der Bibel: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“ (Micha 6,8) Aber was heißt das in meinem Alltag? Was bedeutet das in ganz konkreten Fragen, bei strittigen Themen? Und was bringt es MIR, wenn ich anders (und manchmal auch anstrengend anders) lebe?

Darum geht es im Bibelgespräch am Dienstagabend um 19:30 Uhr – wie immer online.

Das Thema und den Zugang (zum Anklicken) erhalten Sie jede Woche über unsere Gemeinde-App. Sollten Sie die App nicht installiert haben, oder technisch nicht so versiert sein, sprechen Sie mich bitte an. Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen dabei helfen darf.

Ralf Schweinsberg

AllgemeinGlaubeImpuls

Heil und Heilung

Christen gelten als gesünder als andere Menschen: Sie haben weniger psychischen Stress, heißt es, und bessere Wege der Verarbeitung. Und trotzdem sind auch Christen nicht vor Krankheit gefeit. Seelische Belastungen machen krank.

Sehr sensibel reagiert unser Organismus auf inneren Nöte. Es gibt einen Zusammenhang zwischen seelischer Entlastung und körperlicher Heilung.

Gottes Zuwendung ist es, die den Menschen gesund macht. Jesus vergibt einem Gelähmten seine Sünden, bevor er ihn heilt. So sollen auch christliche Gemeinden für Kranke beten und Sünden vergeben.

„Willst du gesund werden?“ Diese scheinbar absurde Frage trifft. Ist es nicht leichter, im Alten zu verharren? Bin ich bereit, mich von Gott anrühren zu lassen – wenn ich dabei mein Leben ändern und ein neuer Mensch werden muss?

Darum geht es im Bibelgespräch am Dienstagabend um 19:30 Uhr – wie immer online.

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Ralf Schweinsberg

GlaubeImpuls

Die Frau, die nicht nachlässt

Die Geschichte steht im Matthäusevangelium. Sie ist unbequem. Gerade deshalb ist sie so aktuell. Jesus begegnet einer kanaanitischen Frau. Sie gehört nicht zu seinem Volk. Sie kommt aus einer Gegend, die vielen fremd und feindlich erscheint. Ihre Tochter ist schwer krank. Die Frau ruft Jesus um Hilfe an: „Hab Erbarmen mit mir.“
Jesus reagiert nicht. Das irritiert. Wir erwarten von Jesus ein schnelles, freundliches Wort. Stattdessen: Schweigen. Seine Jünger wollen die Frau loswerden. Sie ist laut, hartnäckig und passt nicht in ihre Vorstellung davon, wer dazugehören darf.
Als Jesus antwortet, klingt es abweisend. Seine Aufgabe, gelte zuerst den Menschen aus Israel, sagt er. Aber die Frau bleibt. Sie diskutiert nicht über Herkunft oder Zuständigkeiten. Sie sagt nur: „Hilf mir.“
Dann fällt ein Satz, der schwer auszuhalten ist. Jesus spricht von den Kindern und den Hunden. Es klingt wie eine Grenze: Erst die einen, dann die anderen. Die Frau nimmt den Vergleich auf, ohne sich erniedrigen zu lassen. „Auch die Hunde“, sagt sie sinngemäß, „bekommen doch die Krümel, die vom Tisch fallen.“
Das ist keine Unterwürfigkeit. Es ist Mut. Diese Frau lässt sich nicht wegschicken. Sie akzeptiert nicht, dass ihre Tochter weniger wert sein soll als andere Kinder. Sie fordert nicht viel. Nur einen Krümel. Aber in Wahrheit fordert sie alles: Anerkennung, Barmherzigkeit, einen Platz am Tisch.
Jesus antwortet nun ganz anders. Er lobt ihren Glauben. Ihre Tochter wird gesund.
Diese Erzählung ist nicht einfach glattzubügeln. Jesus erscheint darin nicht als einer, der jede Bitte erfüllt. Er lässt sich herausfordern. Eine Frau von außerhalb bringt ihn dazu, Grenzen neu zu sehen. Das ist bemerkenswert. Die Geschichte zeigt einen Glauben, der auch widerspricht, fragt und nicht schweigt.
Es gibt Menschen, die immer wieder vor Türen stehen, die für andere offen sind. Menschen ohne die richtigen Kontakte. Alleinerziehende, die bei der Wohnungssuche aussortiert werden. Menschen, deren Name, Herkunft, Alter oder Behinderung dafür sorgt, dass sie zuerst erklären müssen, warum sie dazugehören.
Manchmal steckt die Abweisung in Formularen, Wartezeiten und Zuständigkeiten. Sie klingt höflich: „Dafür sind wir nicht zuständig.“ Oder: „Da können wir leider nichts machen.“ Die Frau kennt das. Sie hat allen Grund, umzukehren. Sie tut es nicht. Nicht, weil sie Spaß am Streiten hat, sondern weil sie ihre Tochter liebt. Weil sie weiß: Es geht um mehr als um meine Stolz.
Ihre Hartnäckigkeit erinnert mich daran, dass Menschen nicht aufgeben sollten, wenn es um Würde, Schutz und Hilfe geht. Ich frage mich: Wen übersehe ich? Wen würde ich lieber weiterschicken, weil die Person mir anstrengend oder fremd ist oder meine Ruhe stört?
Die Frau bekommt am Ende nicht nur Hilfe. Sie wird gehört. Das ist vielleicht der erste Schritt jeder Veränderung: Jemand bleibt stehen, hört zu und erkennt, dass die Grenze falsch gezogen war.
Die Geschichte von Jesus macht mir Mut, den Mund aufzumachen. Für sich selbst. Und für andere. Nicht jede Tür öffnet sich sofort. Aber manchmal verändert ein beharrliches „Hilf mir“ mehr, als wir erwarten.
Ralf Schweinsberg

AktuellesVeranstaltung

Hoffnungsträume – Hoffnungsbäume

Am Sonntag, den 27. September, laden wir um 10:00 Uhr herzlich zu einem besonderen Familiengottesdienst ein! Mit der Aktion „Kinder helfen Kindern“ feiern Christof Henrici und die Jungschar gemeinsam mit der Gemeinde diesen Gottesdienst.

Im Mittelpunkt steht dabei die diesjährige Spendensammlung der Weltmission, die unter dem Leitgedanken „Hoffnungsträume – Hoffnungsbäume“ steht. Inhaltlich widmet sich der Gottesdienst der aktuellen Situation in Brasilien, wo extreme Wetterbedingungen wie Dürren und schwere Unwetter in den vergangenen Jahren zu dramatischen Folgen und massiven Ernteausfällen geführt haben.

Mit der weltweiten Aktion „Kinder helfen Kindern“ 2026 soll die Bewahrung der Schöpfung aktiv unterstützt werden. Die gesammelten Spenden fließen direkt in Projekte vor Ort, bei denen Kinder und Jugendliche in Brasilien Bäume pflanzen und lebenswichtige ökologische Hilfe leisten.

Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich zu einem gemeinsamen Kirchenkaffee eingeladen, um bei Kaffee und Tee ins Gespräch zu kommen.

AllgemeinGlaubeImpuls

Hilfe verweigert?

Ich gebe es zu: Dieses Geschichte – Predigttext vom kommenden Sonntag (Matthäus 15, 21)- hat mich lange Zeit beunruhigt. Wie kann es sein, dass Jesus eine hilfesuchende Frau so schroff abweist, ja, dass er sie mit den Hunden vergleicht?

Ist das noch „mein“ Jesus, der sich stehts um die Hilfesuchenden gekümmert hat? Was stimmt nicht an der Geschichte der kanaanäischen Frau und ihrer kranken Tochter – und vor allem an Jesus? Darum geht es im Bibelgespräch am Dienstagabend um 19:30 Uhr – wie immer online.

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Ralf Schweinsberg

GlaubeVeranstaltung

Frühstück+

Einladung zu „Frühstück +“

Unter dem Motto „Der Mensch lebt nicht vom Brötchen allein!“ laden wir herzlich am 20. September von 10 – 11:45 Uhr zu einer besonderen Veranstaltung ein. „Frühstück +“ verbindet gemeinsames Essen in geselliger Runde mit anregenden Impulsen für den Glauben und den Alltag. Wir wollen gemeinsam essen und gemeinsam den glauben entdecken.

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die den Sonntagmorgen in Gemeinschaft verbringen möchten. Neben einem reichhaltigen Frühstück und Raum für gute Gespräche steht der Austausch im Mittelpunkt. Das eigens gewählte Thema verspricht einen Vormittag, der nicht nur den Körper stärkt, sondern auch Nahrung für den Geist und die Seele bietet. Die Veranstaltung bietet Zeit zum Nachdenken, Austauschen und Auftanken für den Alltag – offen für alle, verbunden im Glauben und unterwegs in der Liebe.

Während sich die Erwachsenen auf einen inspirierenden Impuls und tiefgehende Gespräche freuen dürfen, ist auch an die jüngsten Gäste gedacht. Für Kinder wird ein spannendes, eigenes Programm geboten: Mit Spielen, packenden Geschichten, Kreativzeit und jeder Menge Spaß – altersgerecht und mit viel Herz gestaltet.

Wir freuen uns auf zahlreiche bekannte und neue Gesichter – alle Generationen, Familien und Interessierte sind herzlich willkommen! Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – einfach vorbeikommen und teilhaben. Wir freuen uns auf viele Gäste!

 

AllgemeinGlaubeImpuls

Der Mensch lebt – von was?

„Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern von allem, was Gott ihm zusagt!“ (Matthäus 4,4)

Brot gehört zu unserem Leben. Es stillt unseren Hunger und gibt uns Kraft für den Tag. Doch wir Menschen brauchen mehr als Nahrung. Wir brauchen Hoffnung, Vertrauen und das Gefühl, getragen zu sein. Unser Leben hängt nicht allein von dem ab, was wir besitzen oder leisten. Gott schenkt uns Orientierung, gerade wenn wir unsicher sind, Halt, wenn Sorgen uns bedrücken und Mut, wenn vor uns neue Wege liegen.

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Ralf Schweinsberg

GlaubeVeranstaltung

Friedensgebet 2026

AktuellesGlaubeVeranstaltung

Alpha-Kurs

Halt und Zuversicht finden – Glaubenskurs startet in Brombach

Viele Menschen stellen sich früher oder später Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Hoffnung, Glauben und Orientierung. Antworten darauf möchte ein neuer Glaubenskurs geben, zu dem die Evangelisch-methodistische Kirche Brombach ab 1. September herzlich einlädt.

An zehn Dienstagabenden sowie einem gemeinsamen Samstag beschäftigen sich die Teilnehmenden mit den Grundlagen des christlichen Glaubens. Themen wie „Wer ist Jesus?“, „Wie kann ich glauben?“ oder „Was gibt meinem Leben Halt und Hoffnung?“ stehen dabei im Mittelpunkt. Die Treffen beginnen jeweils dienstags um 19 Uhr in den Räumen der Evangelisch-methodistischen Kirche Brombach.

Der Kurs richtet sich an alle Interessierten – unabhängig davon, ob sie bereits Berührungspunkte mit dem christlichen Glauben haben oder einfach neugierig sind. Nach dem gemeinsamen Abendessen folgt ein Impuls zur Einführung in das jeweilige Thema. Danach ist Zeit für Gespräche in kleinen Gruppen. Dort können Fragen gestellt, Erfahrungen ausgetauscht und unterschiedliche Sichtweisen offen und wertschätzend diskutiert werden. Niemand muss Vorkenntnisse mitbringen oder sich auf eine bestimmte Glaubensrichtung festlegen.

„Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung und Zuversicht suchen, möchten wir einen Raum schaffen, in dem Fragen willkommen sind und jeder seinen eigenen Weg entdecken kann“, betont das Vorbereitungsteam. Der Kurs lebt von einer offenen Atmosphäre, persönlichen Begegnungen und dem gemeinsamen Austausch.

Insgesamt umfasst das Angebot zehn Themenabende sowie einen gemeinsamen Kurstag am 24. Oktober. Die Mitarbeitenden der Gemeinde bereiten sich bereits intensiv auf

den Start nach den Sommerferien vor und freuen sich darauf, viele neue Gesichter begrüßen zu dürfen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Zur besseren Planung wird um eine Anmeldung per E-Mail an info@emk-brombach.de gebeten. Weitere Informationen finden Interessierte auf emk-brombach.de sowie unter alphakurs.de

GlaubeImpuls

Gott stillt Hunger

Ich habe genug zu essen. Mein Kühlschrank ist gefüllt. Jeden Tag kann ich satt werden. Und trotzdem kenne ich dieses Gefühl: Innerlich bin ich leer. Der Körper ist satt. Aber die Seele hungert. Ich sehne mich nach etwas, das ich nicht genau beschreiben kann. Nach Ruhe. Nach Anerkennung. Nach einem Menschen, der mich wirklich versteht. Nach einem Leben, das mehr ist als Arbeit, Termine und Sorgen.

Manchmal versuche ich, diese Leere zu füllen. Ich kaufe etwas Neues. Ich esse mehr, als mir guttut. Ich scrolle lange durch mein Handy. Ich suche Unterhaltung. Ich plane die nächste Reise. Ich freue mich auf das Wochenende. Das alles kann schön sein. Aber es hält nicht lange vor. Der Hunger kommt zurück.

Jesus kennt diesen Hunger. Er kennt auch den körperlichen Hunger der Menschen. In der Bibel wird erzählt, wie einmal eine große Menge zu ihm kommt. Die Menschen bleiben lange bei ihm. Sie hören ihm zu. Nun sind sie müde und hungrig. Aber Jesus schickt sie nicht einfach weg. Er sagt nicht: „Dafür bin ich nicht zuständig.“ Er nimmt ihre Not ernst.

Ein Junge hat fünf Brote und zwei Fische. Nicht viel für eine so große Menge. Jesus nimmt dieses Wenige, dankt Gott und teilt es aus. Am Ende werden alle satt.

Diese Geschichte ist der Aufruf, auch die natürlichen Bedürfnisse der Menschen zu sehen. Darum gehört Essen und Trinken zum christlichen Glauben. Jesus feierte mit Menschen. Er ließ sich einladen. Er saß mit unterschiedlichen Menschen an einem Tisch. Mit Frommen und Zweifelnden. Mit Angesehenen und Ausgegrenzten. Mit Menschen, die andere lieber gemieden hätten. So wird ein gedeckter Tisch zum Zeichen der Liebe.

Das erleben wir auch heute. Jemand kocht eine Suppe für die kranke Nachbarin. Eine Familie lädt einen alleinstehenden Menschen zum Essen ein. Freunde bringen beim gemeinsamen Abendessen nicht nur Speisen mit, sondern auch Zeit. So wird ein Tisch zum Ort des Friedens.

In christlichen Gemeinden gehört das Abendmahl zum Gottesdienst. Brot und Wein erinnern an Jesus Christus. Menschen kommen zusammen. Niemand muss sich den Platz am Tisch verdienen. Niemand muss beweisen, dass er stark genug, fromm genug oder erfolgreich genug ist. Alle empfangen. Alle sind auf Gottes Hilfe angewiesen.

Das Abendmahl erinnert daran: Gott will nicht nur unseren Körper versorgen. Er will unser ganzes Leben stillen. Er schenkt Vergebung, Gemeinschaft und Hoffnung.

Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Das bedeutet: Bei ihm finden wir, was kein Besitz uns geben kann. Er schenkt eine Hoffnung, die trägt. Eine Liebe, die satt macht und mein ganzes Leben verändert.

Wir dürfen darauf vertrauen: Es kommt der Tag, an dem Gott jeden Hunger stillt. Dann wird niemand mehr ausgeschlossen sein. Niemand wird mehr weinen. Niemand wird mehr innerlich leer bleiben. Bis dahin leben wir aus dem, was Gott uns gibt. Und wir geben weiter, was wir empfangen: Brot für den Körper, Zeit für die Einsamen und Hoffnung für die Seele.

Ralf Schweinsberg

AllgemeinGlaubeImpuls

Die Frau am Brunnen

Die Frau am Brunnen, sie kommt ins Gespräch mit Jesus. Das verändert ihr ganzes Leben und das ihrer Mitmenschen!
Auch wenn dieses Erlebnis bei Johannes, Kapitel 4, so einfach und logisch erscheint, verstehen es seine Jünger nicht. Auch wir tun uns oftmals schwer zu verstehen, wie Jesus handelt.
Unser Thema am Dienstagabend, 14.07.2026 ab 19:30 Uhr – wie immer online.

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Ralf Schweinsberg

AllgemeinGlaubeImpuls

Die Taufe – brauchen wir sie?

Brauchen wir die Taufe – und wenn ja, wofür? Früher wurden Kinder auch schnell mal notgetauft, weil sie „ohne Taufe verloren gehen“. Wirklich? Aber für was steht die christliche Taufe? Schließlich gibt Jesus selbst den Auftrag, die Menschen zu taufen (Matthäus 28, 16-20). Thema des kommenden Gottesdienstes.

Unser Thema am Dienstagabend, 07.07.2026 ab 19:30 Uhr – wie immer online.

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Ralf Schweinsberg

GlaubeImpuls

Bittere Rache

„Das wird er mir büßen!“ Wer so denkt, ist nicht allein. Rachefantasien gehören zum Menschsein. Jemand betrügt uns. Jemand demütigt uns. Jemand verletzt, belügt, beschämt oder zerstört etwas, das uns wichtig ist. Der erste Impuls ist oft nicht Gespräch. Sondern Vergeltung.
Und erstaunlich oft fühlt sich dieser Impuls im Kopf gut an. Zumindest kurz. Man sieht den anderen fallen. Man stellt sich vor, wie das Unrecht zurückkommt. Wie die Waage sich endlich neigt. Für einen Moment klingt das gerecht.
Aber der Moment hält selten lange. Denn Rache macht nicht frei. Sie bindet. Wer auf Vergeltung wartet, lebt weiter im Schatten des anderen. Der Kränker bekommt noch immer Raum im eigenen Kopf. Er bestimmt mit, wie der Tag sich anfühlt. Wie lange man schläft. Wie hart man spricht. Wie kalt man wird.
Paulus schreibt im Römerbrief (Römer 12,17-21) einen Satz, der naiv klingt: Wir sollen nicht mit Bösem antworten. Wir sollen nicht selbst richten und nicht den Kreis der Gewalt weiterdrehen. Stattdessen: das Gute suchen, auch gegenüber denen, die mir schaden. Das ist kein moralischer Spruch für Sonntage. Es ist eine Absage an den Reflex, jede Verletzung sofort zurückzuzahlen.
Praktisch heißt das nicht, alles hinzunehmen. Ein Chef, der Angestellte unfair behandelt, muss Grenzen spüren. Ein Ex-Partner, der lügt und manipuliert, darf nicht weiter Macht haben. Ein Täter gehört zur Rechenschaft gezogen. Aber Rechenschaft ist nicht dasselbe wie Rache. Das eine will Schutz und Gerechtigkeit. Das andere will Leid als Antwort.
Gerade im Alltag ist der Unterschied wichtig. Ein Kollege streut Gerüchte. Die Versuchung ist groß, nun auch seine Schwächen herumzuerzählen. Ein Autofahrer schneidet uns. Sofort steigt das Bedürfnis, ihn zu schneiden. Eine Nachricht verletzt uns. Wir überlegen, wie wir mit einem noch schärferen Satz zurückschlagen können. Genau hier beginnt die Spirale.
Rache verspricht Genugtuung. Sie liefert aber meist nur neue Bitterkeit. Man jubelt nicht lange über den Sturz des anderen. Oft bleibt ein schaler Nachgeschmack. Und manchmal die unangenehme Erkenntnis: Ich habe mich innerlich genauso klein gemacht wie das, was mir angetan wurde.
Darum ist Verzicht auf Rache keine Schwäche. Er ist Selbstschutz. Wer nicht jeden Schlag erwidert, wird nicht zum Spielball der Wut. Wer nicht alles mit gleicher Münze heimzahlt, bleibt handlungsfähig. Man kann klar widersprechen. Man kann Grenzen ziehen. Man kann sich wehren. Aber man muss nicht zum Spiegel des Bösen werden.
Vielleicht ist das die eigentliche Provokation des Textes: Nicht Gerechtigkeit ist bitter. Rache ist es. Kurz schmeckt sie süß. Am Ende macht sie den Mund trocken.
Ralf Schweinsberg

AllgemeinGlaubeImpuls

Der hat viel Liebe!

„Wem viel vergeben wurde, der hat viel Liebe“, sagt Jesus in der heutigen Bibellese aus Lukas 7, 36, als ihm eine stadtbekannt Frau die Füße gesalbt hatte. Und weiter sagt er: „wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ Jetzt frage ich mich, zu welcher Kategorie ich gehören?

Unser Thema am Dienstagabend, 23.06.2026 ab 19:30 Uhr – wie immer online.

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Ralf Schweinsberg

AllgemeinGlaubeImpuls

Seid barmherzig

Sympathisch oder unsympathisch? Innerhalb weniger Sekunden ist die Entscheidung gefällt. Auch mit dem moralischen Urteil geht es sehr schnell.
Wir „wissen“ meist sehr gut, was verwerflich ist, und tun lautstark oder subtil unsere Verachtung kund. „Vorsicht vor solchen Urteilen!“, warnt der 4. Sonntag nach Trinitatis. Denn es gibt niemanden, der ohne Fehler ist, der nicht immer wieder der Großzügigkeit und der Nachsicht bedarf. Einzig Gott ist es, der richten kann. Darum ermutigt Jesus zum Vergeben: Wer aus dem Bewusstsein lebt, dass Gott ihm barmherzig entgegenkommt, der kann versuchen, versöhnt zu leben.

Unser Thema am Dienstagabend, 09.06.2026 ab 19:30 Uhr – wie immer online.

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Ralf Schweinsberg

GlaubeVeranstaltung

Kirche Kunterbunt

Das Rätsel um den Fisch

Herzliche Einladung zur nächsten Kirche Kunterbunt am 7. Juni! Dieses Mal gehen wir auf eine spannende Zeitreise in die Welt der ersten Christen. Damals war es nicht so einfach, offen über seinen Glauben zu sprechen – deshalb brauchte es ein geheimes Zeichen: den Fisch.
Unter dem Motto „ICHTHYS – einem Geheimnis auf der Spur“ werden unsere Räume und unser Kirchenparkplatz ein Hauptquartier für kleine und große Ermittler, wo Spürsinn gefragt ist. Wir entschlüsseln Botschaften, lösen Rätsel und basteln alles, was man für eine echte Detektiv-Ausrüstung braucht. Gemeinsam entdecken wir, welche Botschaft sich hinter den sieben Buchstaben des Wortes ICHTHYS verbirgt und was Jesus auch heute noch für uns bedeuten kann.
Die biblische Grundlage stammt aus Römer 12,12-18, die uns zeigt, wie wertvoll Gemeinschaft und Zusammenhalt sind.
Geier Geri ist schon ganz aufgeregt, hat seinen Detektivhut bereits aufgesetzt und freut sich darauf, euch alle wiederzusehen! Wie immer beschließen wir den schönen Vormittag mit einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem Zeit für Austausch und Gemeinschaft ist.
Wir freuen uns auf euch!

Kirche Kunterbunt am 7. Juni von 10 bis 13 Uhr

 

- Während der Veranstaltung erstellen wir Fotos für Publikationen unserer Gemeinde -

AktuellesVeranstaltung

Happy Birthday RheinMain!

Der 24. Mai 2026 war in diesem Jahr ein ganz besonderes Datum: In der Rauschpennhalle in Merzhausen feierten wir Pfingsten – den Geburtstag der Kirche – und gleichzeitig die feierliche Gründung unseres neuen EmK-Bezirkes RheinMain. Über 250 Menschen aus den Gemeinden Brombach, Bad Kreuznach, Simmern, Darmstadt, Dreieich, Mühlheim, Friedrichsdorf, Rothenbergen, Büdingen, Lorsbach, Frankfurt (inklusive der vietnamesischen Gemeinde), Mainz/Wiesbaden und Neuenhain kamen zusammen, um diese vielfältige Gemeinschaft zu erleben.

Den festlichen Auftakt gestaltete der Posaunenchor RheinMain, besetzt mit Bläserinnen und Bläsern aus Neuenhain, Mainz/Wiesbaden und Frankfurt. Auch fliegende Luftballons und eine prächtige Geburtstagstorte mit vielen Kerzen durften an diesem Ehrentag nicht fehlen. Musikalisch wurde der Gottesdienst zudem von der Aufwind-Band aus Neuenhain und zwei wunderbaren Beiträgen aus der diesjährigen Chorwerkstatt bereichert.

Im Anschluss boten verschiedene Stationen im Innen- und Außenbereich viel Raum für Begegnungen und zum Kennenlernen. Am Eingang lud ein Büchertisch mit geistlicher Literatur, Karten, kleinen Mitbringseln und EmK-T-Shirts zum Stöbern ein. Als besonderes Highlight konnte dort die neue, von Johannes Fritz entworfene Kirchenmaus erworben werden: „Wusel“ ist abgeleitet aus unserem RheinMain-Gemeindebrief und wendet sich direkt an die Kinder.

Ihr möchtet noch mehr erfahren? Weitere Eindrücke sind auf unserer RheinMain-Webeite nachzulesen: https://www.emk-rheinmain.de/halleluja-auf-portugiesisch/

AktuellesAnkündigungVeranstaltung

Gemeindetag RheinMain- Bezirksgründungsfest

Wir feiern Pfingsten

am Sonntag, 24. Mai ab 11 Uhr in Merzhausen im Taunus.

Wir feiern den Geburtstag der Kirche! Wir feiern die Geburt des Bezirks RheinMain!

Wir feiern mit Menschen, die miteinander unterwegs sind, wir feiern mit Menschen, die auf der Suche sind und denen, die begeistert sind. Wir feiern mit Menschen aus den Gemeinden in Brombach, Bad Kreuznach, Simmern, Darmstadt, Dreieich, Mühlheim, Friedrichsdorf, Rothenbergen, Büdingen, Lorsbach, Frankfurt, vietnamesische Gemeinde, Mainz/Wiesbaden und Neuenhain.

Wir feiern miteinander in Vielfalt. Verschieden wie wir sind, feiern wir Gemeinschaft miteinander! Bist du dabei?

Zur Begrüßung ab 10:30 Uhr gibt es Kaffee und Brezeln. Nach dem Beginn um 11 Uhr soll zunächst die Gelegenheit sein, sich kennen zu lernen und sich zu begegnen. Gemeinsames Singen, miteinander ins Gespräch kommen, Bewegung und kreative Stationen bringen Alte und Junge zusammen und lassen uns über den Tellerrand der eigenen Gemeinde hinausschauen.

Das Mittagessen ist ein echtes Bring& Share- Erlebnis: aus dem, was Einzelne aus den Gemeinden mitbringen, wird ein großes Buffet wachsen mit verschiedenen Speisen, Nachtisch und Kuchen.

Um 14 Uhr folgt der Festgottesdienst: Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf Gott, vereinen uns im Lobpreis und im Gebet, hören mit den Pastoren Clemens Klingel und Wesley Pereira im Dialog auf das Reden Gottes, lassen uns ermutigen durch Erfahrungen unserer Gemeinden und erleben Gottes Kraft im Segnen.

Mit dabei der

  • Posaunenchor,
  • die Aufwind-Band aus Neuenhain und die
  • „Chorwerkstatt“.

Für Kinder gibt es am Nachmittag den

  • Kinder-Gottesdienst und die
  • Teens gehen „on the road“ miteinander zum eigenen Programm.

Gegen 15:30 Uhr wird der Gemeindetag zu Ende sein.

Zur besseren Planung und zur Bildung von Fahrgemeinschaften liegen (ab Mai) Listen in den Gemeinden aus.

Für den Weg: Rauschpennhalle, an der Sporthalle 11, 61250 Usingen-Merzhausen.

Angelika Grob

Glaube

Christi Himmelfahrt: Was ist der Himmel?

„Hier ist der Himmel auf Erden“, sagen wir in Momenten, in denen es uns rundum gut geht.
Was ist der Himmel? Die unendlich blauen Weiten über uns oder die scheinbar zeitlosen Sekunden, in denen wir glücklich sind? Wenn wir Christi Himmelfahrt feiern, erinnern wir an den Abschied Jesu von seinen Jüngern 40 Tage nach seiner Auferstehung. Er kehrt zurück zu Gott.
Seit dieser Zeit ist für Christen der Himmel dort, wo Jesus Christus ist. Zwischen Himmel und Erde leben sie. Und doch: „Was steht ihr da und schaut in den Himmel?“
Die Frage an die Jünger gilt auch uns. Im Hier und Jetzt, in unserer Gegenwart können wir etwas vom Himmel erfahren: in dem Glanz auf den Gesichtern unserer Mitmenschen, in Momenten der Freude und der Liebe, in denen wir eins sind mit Gott und Menschen.

Unser Thema am Dienstagabend, 12.05.2026 ab 19.30 Uhr – wie immer online.

Das Thema und den Zugang (zum Anklicken) erhalten Sie jede Woche über unsere Gemeinde-App. Sollten Sie die App nicht installiert haben, oder technisch nicht so versiert sein, sprechen Sie mich bitte an. Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen dabei helfen darf.

Ralf Schweinsberg

GlaubeImpuls

Sonne auf dem Gesicht

Endlich Frühling. Helle Abende. In den Gärten beginnt die Arbeit. Es wird geschnitten, gebunden, gepflegt. Wer jetzt einen Weinstock sieht, denkt vielleicht: Da passiert noch nicht viel. Und doch steckt schon alles im Ast. Kraft. Wachstum. Frucht. Leben.
Jesus sagt: „Ich bin der wahre Weinstock.“ Das ist mehr als ein schönes Naturbild. Es geht um eine Erfahrung, die viele heute machen: Man kann pausenlos beschäftigt sein und sich trotzdem leer fühlen. Voller Termine. Voller Nachrichten. Und innerlich ohne Halt.
Wir leben in einer Zeit der Dauerverbindung. Ständig online. Ständig erreichbar. Ständig unter Strom. Und doch fühlen sich viele innerlich abgekoppelt. Von anderen. Von sich selbst. Vom, wenn man so will, Lebensnerv. Genau da setzt das Bild vom Weinstock an. Eine Rebe kann nicht aus eigener Kraft Trauben tragen. Sie lebt nicht aus sich selbst. Sie ist auf Verbindung angewiesen.
„Bleibt in mir“, sagt Jesus. Das klingt erst einmal ungewohnt. Gemeint ist nicht Weltflucht. Nicht religiöser Rückzug. Eher das Gegenteil. Es geht um eine tragende Verbindung mitten im Alltag. Um eine innere Ausrichtung. Um die Frage, woran ich mein Herz hänge und was mich im Kern bestimmt.
Was heißt das für mich?
Es betrifft mich dort, wo ich mich nur noch über Leistung definiere. Wenn der Tag gelungen ist, weil alles perfekt lief. Wenn ich nur zufrieden bin, solange andere mich bestätigen. Wenn ein Fehler reicht, um mich aus der Bahn zu werfen. An Jesus „dran bleiben“ könnte dann bedeuten: Ich bin mehr als meine Produktivität. Mein Wert hängt nicht nur an Erfolg, Tempo und Anerkennung.
Es betrifft mich auch dort, wo Beziehungen austrocknen. Im Stress. Im Familienalltag. Im Beruf. Im Streit. Verbindung entsteht nicht von selbst. Sie braucht Aufmerksamkeit. Zeit. Ehrlichkeit. Wer an etwas gutem festhalten will, muss es pflegen. Wie eine Pflanze auf der Fensterbank. Oder wie ein Gespräch, das nicht nebenbei geführt werden kann.
Und noch etwas: Jesus spricht auch vom Beschneiden. Das ist kein romantisches Bild. Jeder, der im Garten arbeitet, weiß das. Manches muss weg, damit Neues wachsen kann. Übertragen auf unser Leben heißt das: Nicht alles, was möglich ist, ist auch gut. Vielleicht muss etwas zurückgeschnitten werden. Termine. Perfektionsansprüche. Dauernde Ablenkung. Alter Groll. Auch das kann Leben freisetzen.
Der Text hat viel mit uns zu tun. Er erinnert daran, dass ein Mensch nicht nur von Effizienz lebt. Nicht nur von Selbstoptimierung. Sondern von Verbindung. Von Vertrauen. Von dem, was ihn trägt.
Der Frühling zeigt es jedes Jahr neu: Wachstum lässt sich nicht erzwingen. Aber man kann die Bedingungen schaffen, damit es geschieht. Johannes 15 lädt dazu ein, genau das zu tun. Verbunden bleiben. Mit Christus. Und daraus leben. Nicht spektakulär. Aber tragfähig. Für den Alltag. Für Beziehungen. Für das, was am Ende wirklich Frucht bringt.

Ralf Schweinsberg