von Ralf Schweinsberg | 1. Februar 2025 | Impuls
Nur schöne Worte?
Wie lange wird es noch dauern, bis die ersten Knospen erscheinen? Spätestens dann ist es Zeit, Garten oder Terrasse auf Vordermann zu bringen. So wie vor einigen Jahren, als ich genau das vorhatte. Oder war es meine Frau, die meinte, es wäre dringend Zeit etwas zu tun?
Alleine wollte ich nur ungern loslegen und fragte meinen Sohn: „Hast du ein klein wenig Zeit? Ich bräuchte dich kurz im Garten.“ Natürlich durchschaute mein Sohn meinen Plan. „Ne, wirklich nicht. Ich habe schon die ganze Woche helfen müssen. Heute nicht.“ Also startete ich einen zweiten Anlauf bei meiner Tochter: „Kannst du mir im Garten helfen?“ Auch sie hatte keine große Lust. Umso erstaunter war ich, als sie meinte: „Gut, ich komme. Ich muss nur noch meine Aufgaben fertigmachen.“
Beschwingt ging ich in den Garten. Aber meine Tochter kam nicht. Waren die Hausaufgaben so umfangreich, oder hatte sie mich einfach vergessen? Dafür kam später mein Sohn, schnappte sich eine Schaufel und meinte verschmitzt: „Also, was steht an?“ Eine tolle Überraschung war das.
Ob ich sauer auf meine Tochter war? Nein, nicht wirklich. Als ich sie später darauf ansprach, entschuldigte sie sich. Sie hatte es vergessen. Naja, so etwas passiert. Wie oft habe ich schon Dinge vergessen. Aber es gibt Menschen, die viel zu oft große Reden halten und Versprechungen machen, die sie aber nie einhalten. Ich denke da nicht nur an unsere Politiker.
Schon Jesus Christus hat sich daran gestört. Darum erzählte er die Geschichte vom Vater und seinen beiden Söhnen – ganz ähnlich wie mein Erlebnis. Hier sagt auch der erste nein, hilft dann aber doch. Der zweite sagt zu, erscheint dann aber doch nicht. Dann fragt Jesus seine Zuhörer: „Wer von den beiden hat nun getan, was der Vater wollte?“. Seine Zuhörer waren sich einig: „Der erste natürlich!“
Der, der handelt, selbst wenn er zuvor nein gesagt hat. Genauso, meint Jesus, sollen wir es auch halten: Nicht unsere schönen Worte entscheiden, sondern vielmehr das, was wir tun. Klingt so einfach – ist auch so einfach.
Ihr Pastor Ralf Schweinsberg
von Ralf Schweinsberg | 28. Januar 2025 | Glaube
Was hatte er nur alles von Jesus erwartet. Johannes der Täufer sitzt im Gefängnis und ist verzweifelt. War sein Einsatz umsonst? Hat er sich in Jesus getäuscht?
Was erwarte ich von Jesus – ganz praktisch? In meinem Alltag? Oder habe ich keine Erwartung, weil ich Angst habe, enttäuscht zu werden?
Unser Thema am Dienstagabend, 28.01.2025 ab 19.30 Uhr – wie immer online.
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Ralf Schweinsberg
von Ralf Schweinsberg | 26. Januar 2025 | Impuls, Presseartikel
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen
„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den klimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“
Jesaja 42,3
Was haben wir diese Woche nicht alles erlebt. Der neue amerikanische Präsident redet nicht nur von „America first“, er ist wild entschlossen es auch umzusetzen. Sicher ist es in Ordnung, wenn sich ein Präsident zuerst um sein eigenes Land kümmert. Aber die Frage ist, ob das auf Kosten der Schwächeren geht? Ob man den eigenen Vorteil um jeden Preis umsetzt und ob die anderen dabei völlig egal sind.
Früher hätte man so etwa als egoistisch gebrandmarkt. Heute werden solche Staatsmänner – und es gibt einige davon – bewundert und als umsetzungsstark bezeichnet. Sie werden zu neuen Vorbildern: Ich kann nur hoffen, dass diese Art von Politik nicht auch bei uns immer stärker wird.
Wir leben von der Vergebung
Wie dumm und schwach muss Gott sein, wenn er „das geknickte Rohr nicht zerbrechlichen und den klimmenden Docht nicht auslöschen will“? Aber ist Gott wirklich dumm, oder blickt er nur weiter und weiß, dass wir alle nicht immer nur stark sind? Vielleicht kann und das im Moment nicht sehen, aber irgendwann kommt der Moment, in dem ich das sehr genau erkenne.
Das Vaterunser-Gebet erinnert uns daran, dass wir von der Vergebung leben: „und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Wir werden immer wieder an anderen schuldig. Wir setzen unsere Interessen über die anderer. Das scheint zu unserem Menschsein zu gehören.
… und wir leben von Barmherzigkeit
Genau in diesen Momenten leben wir von Barmherzigkeit: Ich bin barmherzig und andere sind mit mir barmherzig. Wo ich das schon erleben durfte, tat es richtig gut. Barmherzig zu sein bringt viel mehr Befriedigung, als Recht und Stärke durchzusetzen. Barmherzigkeit ist keine Schwäche sondern Reife und Lebenserkenntnis. Barmherzig bedeutet, Menschen mit Gottes Augen der Lieben zu sehen. Und ich kann nur sagen: wo mir das gelungen ist, habe ich ein Stück Himmel auf Erden erlebt. Da hat es mich glücklich gemacht.
Wie gesagt: Wir scheinen in einer Zeit zu leben, in der das mehr und mehr vergessen wird. Oder es wird bewusst verdrängt. Dann kann es zu unseren Aufgaben gehören, die Großen und Mächtigen daran zu erinnern. So wie am Dienstag Bischöfin Mariann Edgar Budde in ihrer Predigt: Sie heilt den Gottesdienst am ersten Amtstag des neuen amerikanischen Präsidenten. Auch wenn sie genau wusste, dass er das nicht hören will, sagte sie mutig: „Im Namen unseres Gottes bitte ich Sie, seien sie barmherzig mit den Menschen in unserem Land.“
Ihr Ralf Schweinsberg
von Ralf Schweinsberg | 21. Januar 2025 | Glaube
Nur leidende Christen sind gute Christen!? Könnte man so verstehen, wenn man hört, was Jesus in der Bergpredigt sagt. Und wer reich ist, dem wird gedroht?
So schön die Bergpredigte oftmals erscheint, sie hat es in sich, gerade wenn man sie bei Lukas 6 liest.
Unser Thema am Dienstagabend, 21.01.2025 ab 19.30 Uhr – wie immer online.
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Ralf Schweinsberg
von Ralf Schweinsberg | 10. Dezember 2024 | Glaube
Manchmal suche ich Gott, aber der Weg scheint versperrt. Ich dringe nicht durch, stehe mir selbst im Weg. Wie räume ich die Steine aus dem Weg? Wie bereite ich mich vor? Wie kann es Weihnachten werden bei mir?
Unser Thema am Dienstagabend, 10.12.2024 ab 19.30 Uhr – wie immer online.
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Ralf Schweinsberg